Am 18. Juni 2026 führte diese lange und eindrucksvolle Etappe von Locmariaquer bis nach Concarneau – einmal quer durch den Süden der Bretagne, vom Golf von Morbihan hinüber an die Küste des Finistère. Eine Tour mit viel Meer, bretonischen Orten, kleinen Straßen, Flusslandschaften und immer wieder diesem ganz besonderen Licht, das die Bretagne so unverwechselbar macht.
Start in Locmariaquer
Der Start in Locmariaquer war schon ein echtes Highlight. Der kleine Ort liegt wunderschön zwischen dem Golf von Morbihan und der Bucht von Quiberon. Fischerboote, Austernbänke, alte Steinhäuser und die Nähe zum Wasser geben dem Ort eine ruhige, maritime Atmosphäre. Wer etwas Zeit mitbringt, kann hier vor der Tour noch einen Blick zur Pointe de Kerpenhir oder auf die berühmten Megalithanlagen werfen.
Durch den Morbihan Richtung Lorient
Nach dem Start führte die Strecke zunächst durch den südlichen Morbihan. Die Landschaft wechselte zwischen kleinen Dörfern, Feldern, Waldstücken und immer wieder offenen Blicken Richtung Küste. In der weiteren Umgebung von Auray und der Bucht von Quiberon merkt man deutlich, wie stark diese Region vom Meer geprägt ist: kleine Häfen, salzige Luft und viele Orte, die trotz ihrer Beliebtheit angenehm bretonisch geblieben sind.
Je weiter es nach Westen ging, desto mehr näherte sich die Route dem Großraum Lorient. Lorient ist deutlich städtischer als die kleinen Orte zuvor, aber gerade dieser Kontrast macht die Etappe spannend. Die Stadt ist eng mit dem Meer, der Fischerei und dem Segelsport verbunden. Rund um den Hafen, Lorient La Base und die Küste bei Larmor-Plage und Port-Louis zeigt sich eine sehr maritime Seite der Bretagne.
Über Guidel und in Richtung Quimperlé
Hinter Lorient wurde die Strecke wieder ruhiger. Über den Raum Guidel ging es weiter Richtung Westen. Guidel ist ein schöner Übergang zwischen Küste und Binnenland: Strände, Flussmündungen, kleine Straßen und grüne Abschnitte liegen hier dicht beieinander. Gerade für Radfahrer ist dieser Teil angenehm, weil die Landschaft abwechslungsreich bleibt und man immer wieder das Gefühl hat, zwischen Atlantik und bretonischem Hinterland unterwegs zu sein.
Im weiteren Verlauf kam die Route in die Nähe von Quimperlé. Die Stadt selbst liegt etwas landeinwärts und ist bekannt für ihre Lage an mehreren Flüssen, alte Häuser und einen sehr schönen historischen Kern. Auch wenn die Strecke nicht zwingend mitten durch den Ortskern führen muss, prägt diese Gegend mit ihren Tälern, Brücken und bewaldeten Abschnitten den Charakter der Tour deutlich.
Richtung Pont-Aven und Finistère Sud
Je näher die Strecke dem südlichen Finistère kam, desto stärker veränderte sich die Landschaft erneut. Die Gegend um Pont-Aven und Riec-sur-Bélon ist typisch für diesen Teil der Bretagne: kleine Flüsse, Mühlen, Granithäuser, Galerien, grüne Täler und immer wieder kurze, knackige Anstiege. Pont-Aven ist vor allem als Künstlerort bekannt und eng mit Paul Gauguin verbunden – ein Ort, an dem man gut versteht, warum Licht und Landschaft hier so viele Maler angezogen haben.
Ankunft in Concarneau
Das Ziel war schließlich Concarneau, einer der schönsten Küstenorte im südlichen Finistère. Besonders eindrucksvoll ist die Ville Close, die befestigte Altstadt auf einer kleinen Insel im Hafen. Nach über einhundert Kilometern ist die Einfahrt nach Concarneau ein würdiger Abschluss: Hafen, Fischerboote, Stadtmauern, Meer und dieses lebendige bretonische Küstengefühl kommen hier wunderbar zusammen.
Fazit
Insgesamt standen 106,74 Kilometer, 806 Höhenmeter und eine Fahrzeit von 5:19:48 Stunden auf dem Tacho. Die Etappe war sportlich, aber landschaftlich großartig: vom Golf von Morbihan über Lorient, Guidel und das südliche Quimperlé-Land bis nach Concarneau. Eine lange Bretagne-Etappe mit viel Abwechslung, schönen Orten und genau der richtigen Mischung aus Küste, Kultur und ruhigen Nebenstraßen.
Eine Tour, die zeigt, wie vielseitig die südliche Bretagne ist – mal maritim und offen, mal grün und still, mal städtisch, mal fast verträumt. Genau diese Mischung macht die Strecke von Locmariaquer nach Concarneau so besonders.