Etappe 2: Arzbach – Achensee – Hall in Tirol

Die zweite Etappe meiner Radreise von München nach Venedig führte mich am 4. September 2023 von Arzbach über den Achensee bis nach Hall in Tirol. Die Etappe war in zwei Abschnitte aufgeteilt: zuerst von Arzbach hinauf zum Achensee und nach einer ausgedehnten Mittagspause weiter vom Achensee hinunter nach Jenbach und durch das Inntal bis Hall in Tirol.

Insgesamt kamen an diesem Tag 91,46 Kilometer und 664 Höhenmeter zusammen. Der erste Abschnitt von Arzbach zum Achensee war mit 39,43 Kilometern und 428 Höhenmetern der bergigere Teil. Der zweite Abschnitt vom Achensee nach Hall in Tirol brachte noch einmal 52,03 Kilometer und 236 Höhenmeter dazu. Auf dem Papier klingt das recht moderat, aber diese Etappe hatte es an einer Stelle durchaus in sich.

Von Arzbach aus ging es zunächst weiter durch das bayerische Voralpenland. Die Landschaft wurde zunehmend alpiner, die Berge rückten näher und mit jedem Kilometer fühlte sich die Reise mehr nach Alpenüberquerung an. Nach dem eher sanften Auftakt am Vortag war diese Etappe schon deutlich stärker von Bergen, Anstiegen und langen Ausblicken geprägt.

Der Weg hinauf zum Achensee ist einer dieser Abschnitte, auf denen man merkt, warum die Route von München nach Venedig so reizvoll ist. Man verlässt Schritt für Schritt das bayerische Vorland, fährt hinein nach Tirol und erreicht schließlich einen der schönsten Seen der Alpen. Der Achensee liegt lang und klar zwischen Karwendel und Rofan und wirkt mit seiner Farbe und Lage fast wie ein Fjord in den Bergen.

Am Achensee war Mittagspause – und dafür hätte es kaum einen besseren Ort geben können. Nach den ersten Höhenmetern des Tages, mit Blick auf das Wasser und die Berge, war das genau der richtige Moment zum Durchatmen. Solche Pausen sind auf einer Radreise mehr als nur Essen und Trinken: Man sitzt da, schaut auf die Strecke zurück, auf die Berge voraus und merkt, dass man wirklich unterwegs ist.

Nach der Pause folgte der Abschnitt, der mir besonders in Erinnerung geblieben ist: die Abfahrt vom Achensee hinunter nach Jenbach. Eigentlich freut man sich bei einer Radreise auf lange Abfahrten, aber diese hier war alles andere als entspannt. Die Strecke war geschottert und extrem steil. Bergab wurde es dadurch richtig anstrengend, weil man ständig konzentriert bleiben, bremsen, ausbalancieren und die Spur sauber halten musste.

Gerade mit Gepäck oder auf längeren Reifen ist so eine steile Schotterabfahrt nicht einfach nur Rollenlassen. Die Hände arbeiten an den Bremsen, der Blick sucht permanent die beste Linie und man ist fast froh, wenn es unten wieder flacher wird. Das war einer dieser Momente, in denen man merkt, dass Höhenmeter nicht nur bergauf Kraft kosten können.

Unten in Jenbach war der schwierigste Teil der Etappe geschafft. Von dort ging es weiter ins Inntal. Die Landschaft öffnete sich wieder, die Route wurde flüssiger und man konnte nach der anspruchsvollen Abfahrt wieder mehr in den Reiserhythmus kommen.

Der weitere Weg Richtung Hall in Tirol führte durch eine ganz andere Landschaft als der Abschnitt am Achensee. Statt Bergsee und steiler Abfahrt standen nun Inntal, Orte, Radwege und der Blick auf die umliegenden Berge im Vordergrund. Es ist dieser Wechsel, der München–Venedig so spannend macht: vormittags noch am alpinen See, nachmittags schon im breiten Tal Richtung Innsbruck.

Das Ziel der Etappe war Hall in Tirol. Die Stadt ist ein sehr schöner Etappenort: historisch, überschaubar und mit einer Altstadt, die sich nach einem langen Radtag wunderbar für einen kleinen Abendspaziergang eignet. Hall war früher durch Salz und Münzprägung bedeutend und hat sich bis heute viel von seinem alten Charakter bewahrt.

Für mich war diese zweite Etappe eine besonders abwechslungsreiche Etappe: erst Voralpenland, dann Achensee mit Mittagspause, anschließend die steile Schotterabfahrt nach Jenbach und zum Schluss das Inntal bis Hall in Tirol. Ein Tag, der landschaftlich wunderschön war, aber auch gezeigt hat, dass auf dieser Reise nicht nur die großen Pässe anstrengend sein können.

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Tourdaten

Sehenswertes und Tipps entlang der Etappe

Der wichtigste Höhepunkt dieser Etappe ist ganz klar der Achensee. Wer die Tour nicht unter Zeitdruck fährt, sollte hier unbedingt eine längere Pause einplanen. Der See, die Berge und die klare Luft machen diesen Ort zu einem der schönsten Zwischenstopps auf dem Weg von München nach Venedig.

Rund um den Achensee gibt es viele Möglichkeiten für Radfahrer. Informationen zu Touren, Radwegen und Aktivitäten findet man auf der Seite Radfahren am Achensee. Wer empfindlich auf grobe Untergründe reagiert oder mit schmalen Reifen unterwegs ist, sollte die Abfahrt Richtung Jenbach vorher genau prüfen. Der Abschnitt kann steil, schottrig und bergab überraschend anstrengend sein.

Jenbach ist nach der Abfahrt ein guter Punkt, um kurz durchzuatmen. Der Ort liegt verkehrsgünstig im Inntal und markiert den Übergang vom Achensee-Abschnitt in den flüssiger zu fahrenden Teil Richtung Hall in Tirol.

Das Etappenziel Hall in Tirol lohnt sich sehr. Die historische Altstadt, die Gassen, Plätze und alten Häuser machen Hall zu einem angenehmen Zielort. Nach einem langen Radtag ist die Stadt genau richtig: nicht zu groß, aber schön genug, um den Abend nicht einfach nur im Hotelzimmer zu verbringen.

Für die weitere Planung der Reise bietet die offizielle Seite des Fernradwegs München–Venezia einen guten Überblick über die gesamte Route. Gerade bei Etappen mit Schotter, steilen Abfahrten oder alpinen Abschnitten lohnt es sich, die Strecke zusätzlich offline auf dem Navigationsgerät zu speichern.

Highlights der zweiten Etappe

Blick auf den Achensee in Tirol

Etappen-Highlight

🌊 Mittagspause am Achensee

Nach den ersten Höhenmetern wartet einer der schönsten Momente des Tages: Pause am türkisblauen Achensee, eingerahmt von Karwendel und Rofan.

Steile Schotterabfahrt vom Achensee nach Jenbach

Etappen-Highlight

⛰️ Steil hinab nach Jenbach

Die Abfahrt vom Achensee nach Jenbach ist kein entspanntes Rollenlassen: steiler Schotter, volle Konzentration und ordentlich Arbeit an den Bremsen.

Historische Altstadt von Hall in Tirol

Etappenziel

🏘️ Ankommen in Hall in Tirol

Nach Achensee, Schotterabfahrt und Inntal ist Hall in Tirol ein wunderbares Ziel: historische Gassen, ruhige Atmosphäre und ein schöner Abschluss des Tages.

2. Etappe – Bilder